Veröffentlicht in Berichte, Reisen, Schweiz

Reise-Blog: Die Piano-Bars von Luzern

Mit seiner reizvollen Lage am Vierwaldstätter See und der romantischen Altstadt an der Reuss ist Luzern immer einen Besuch wert. Aber mir haben’s vor allem die Piano-Bars angetan

Mit gedämpfter Stimme bestelle ich einen Martini Bianco an der Theke der Hotelbar des eleganten Schweizerhofs in Luzern. Die Eiswürfel klimpern leise im Glas, ich blicke herüber zum Flügel, an dem Jazz-Musiker Christian Willisohn kraftvoll gekonnt vertrackte Rhythmen spielt und dazu singt. Das Konzert läuft schon seit geraumer Zeit. Längst hat der Musiker die Zuhörer in seinen Bann gezogen. Vor allem die, die direkt vor dem Piano sitzen, gehen bei der Musik voll mit. Die Gäste an der Theke lauschen ebenfalls, führen aber auch leise Gespräche. Es herrscht eine lockere Konzert- und Bar-Atmosphäre.

Alljährliches Piano-Festival

Für mein spätes Eintreffen habe ich einen guten Grund. Ich habe zuvor ein Klavierkonzert im modernen Kultur- und Kongresszentrum Luzern (KKL) besucht. Im vollbesetzten großen Konzertsaal spielte die Academy of St. Martin in the Fields das fünfte Klavierkonzert von Beethoven, mit dem renommierten Pianisten und Dirigenten Murray Perahia – atemberaubend! Wohlig benommen von dem intensiven Musikerlebnis laufe ich nach dem Konzert durch die kalte Schweizer Nachtluft am Ufer des Vierwaldstätter Sees entlang.

Wer Klaviermusik liebt, ist in Luzern immer gut aufgehoben: Musikfestivals gibt’s im Sommer. Ich empfehle aber vor allem das „Lucerne Festival am Piano“, das im kommenden November 2015 wieder stattfindet. Das Programm bietet neben hochkarätigen klassischen Klavierkonzerten eine Reihe an Jazz-Konzerten in den schönsten Hotelbars der Stadt.

Könner in den Hotel-Bars

Erst ein hochwertiges Klassikkonzert und dann den späten Abend bei Jazz-Musik in einer mondänen Hotel-Bar ausklingen lassen – das ist in Luzern ein ganz besonderes Vergnügen. Als kleines „Festival im Festival“ entführt die Reihe Piano-Off-Stage Zuhörer regelmäßig in die schönsten Hotelbars der Stadt. Ich ziehe von einer Bar zur nächsten, genieße die Musik und die gute Gelegenheit, die Locations kennenzulernen. Besonders gefällt mir die stilvolle Bar im Hotel National. Im Hotel Montana gibt’s einen tollen Ausblick auf den nächtlichen See.

Roter Flügel, stolze Leistung: Die junge Jazz-Pianistin Stephanie Trick beeindruckte 2013 im Kultur- und Kongresszentrum von Luzern

 

Sitzplätze mit Blick auf die Tasten: Piano-Bars wie diese sind ein Geheimtipp in Luzern. Hier spielt gerade der Jazz-Musiker Alessandro d’Episcopo im Hotels Des Balances

Auf den Spuren von Richard Wagner

Tagsüber erlebe ich ebenfalls viel Kultur in der Stadt; mit der Sammlung Rosengart an der Pilatusstraße besitzt Luzern ein kleines, aber herausragendes Kunst-Museum mit rund 220 Werken des Impressionismus und der klassischen Moderne, darunter Picasso, Klee, Matisse, Cézanne, Chagall und Miró. Für Musikfans ist auch der Besuch des Richard Wagner-Museums in einem Landhaus in Tribschen ein Muss, auf einer kleinen Landzunge im Vierwaldstättersee gelegen. Dort hat der Komponist sechs Jahre lang mit seiner Frau Cosima gelebt. Fasziniert laufe ich über den knarrenden Holzboden durch die Räume, in denen der große Musiker arbeitete. Und auch hier spielt wieder das Klavier eine wichtige Rolle: Im Salon steht der Original-Flügel, auf dem Wagner an diesem Ort komponiert hat.

(Quelle: Meike Nordmeyer)

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