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Die Norwegian Escape – das erste Schiff der Breakaway-Plus Klasse (Teil2)

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Zu guter letzt möchte ich euch noch das Teppanyaki Restaurant im japanischen Hibachi-Stil vorstellen. In diesem Restaurants werden eure Gerichte direkt vor euren Augen kunstvoll auf einer großen Herdplatte zubereitet. Zubereitet beschreibt das Erlebnis in diesem Restaurant nicht ansatzweise, denn sie gleicht eigentlich einer einzigen großen Show das Kochs, der mit den einzelnen Komponenten wahre Kunststücke vollbringt und dabei zwischendurch den ein oder anderen Hit singt. Mutter oder Großmutter hätten hierzu möglicherweise „aber mit Essen spielt man nicht“ gesagt, doch muss man so etwas unbedingt einmal gesehen haben. Vor allem weil auch das Ergebnis stimmt: Ich hatte hier ein schmackhaftes Dinner mit leckerem Reis, perfekt getroffenem Medium-Rind und Gemüse. Fabelhaft!

Ebenfalls nicht im Preis inklusive, aber dennoch auf jeden Fall eine Erwähnung wert sind zwei kleine Orte auf dem Schiff, an denen ihr kleine Köstlichkeiten erhaltet. Dazu zählen The Bake Shop mit zahlreichen kleinen Kuchen und Cupcakes sowieDolce Gelato, wo es original italienisches Eis direkt an der Promenade The Waterfront gibt.

Die Kabinen auf der Norwegian Escape

Auf der Norwegian Escape gibt es insgesamt 2.175 Kabinen und eine Vielzahl an Kabinenarten, die man zum größten Teil jedoch auch aus anderen Schiffen kennt. Für Singles und Alleinreisende sind die Studios interessant, die speziell für eine Person konzipiert wurden und in der Nähe der exklusiven Studio Lounge sind, einem Barbereich zu dem ausschließlich die Nutzer der Single-Studios Zugang haben. Perfekt geeignet um schnell ins Gespräch zu kommen! Einen kleinen Knackpunkt gibt es hier jedoch: Es handelt sich bei diesen Kabinen ausschließlich um Innenkabinen, die wahrscheinlich nicht jedermanns Sache sein werden.

Neben den Studios stehen euch die Standard-Innenkabinen, Außenkabinen mit Meerblick, Balkonkabinen, Familienkabinen, Spa Kabinen mit Direktzugang zum Spa, Mini Suiten und die Suiten aus dem The Haven Bereich -zu dem ich gleich komme-  zur Verfügung. Ich hatte bei der Zuteilung der Kabine Glück, da ich die Premierenkreuzfahrt in einer Mini Suite verbringen durfte, deswegen beziehen sich meine Erfahrungen auf diese spezielle Kabinenart.

Mit 23,5 Quadratmetern war die Mini Suite für Schiffsverhältnisse und als Alleinreisender wirklich üppig bemessen und ein Hort der Entspannung. Es können sogar bis zu vier Person in dieser Kabine unterkommen, indem neben dem Bett auch die Couch ausgeklappt wird, aber ich denke dann könnte es hier doch etwas eng werden. Deswegen würde ich sie maximal für zwei Personen empfehlen. Neben dem Bett und der Couch sowie einem Balkon standen einem ein großer Wandschrank, ein Fön, ein Fernseher, ein Safe, eine Minibar, genügend Ablageflächen am Bett, eine Kaffeezubereitungsmaschine und sogar frische Eiswürfel(!) für Getränke zur Verfügung. Leider habe ich nirgends passende Kaffeepads für die Kaffeemaschine gefunden, weswegen ich die Maschine leider nicht testen konnte. Im Gespräch mit den Kollegen an Bord habe ich herausgefunden, dass es auf keiner Kabine passende Kaffeepads gab.

Praktisch: In die Nachttischlampen sind USB-Anschlüsse integriert, mit denen ihr euer Smartphone oder Tablet komfortabel aufladen könnt. Da es nur eine Euro-Steckdose in der Kabine gibt, hilft dies auf jeden Fall weiter. Andernfalls vorher einfach einen Adapter für US-Steckdosen organisieren, dann hat man nämlich genügend Anschlussmögilchkeiten. Der Haken an der Kabine: Strom gibt es nur, wenn sich die Bordkarte in einem dazugehörigen Schlitz am Eingang der Kabine befindet. Auch das gesamte Licht ist daran gekoppelt.

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Das Bad ließ für meine Verhältnisse absolut keine Wünsche offen. Obwohl ich relativ groß bin (1,93 Meter) konnte ich locker stehen, ohne mir den Kopf stoßen zu müssen. Genügend Handtücher waren auf jeden Fall vorhanden und wurden auch täglich gewechselt, wenn dies von Passagier gewünscht war. Mittlerweile hat sich zum Glück das folgende Prozedere eingebürgert, um die Wasch- und Energiekosten ein wenig zu verringern: Möchte man ein bereits genutztes Handtuch noch weiter benutzen, hängt man es einfach wieder an den Haken, soll es hingegen gewechselt werden, legt man es einfach auf dem Boden ab – vorbildlich!

The Haven by Norwegian auf der Norwegian Escape

Auf das „Schiff-im-Schiff“ auf der Norwegian Escape, dem The Haven by Norwegian, ist man bei Norwegian Cruise Linebesonders stolz. Es ist ein seperater Bereich, der nur von Inhabern einer The Haven Suite betreten werden kann und unter anderem ein privates Sonnendeck, einen privaten Pool, einen 24-Stunden Butler- und Concierge-Service sowie eine eigene Bar und ein eigenes Restaurant beinhaltet. Hier kann man sich in exklusiver Umgebung unterhalten und den puren Luxus spüren. Der The Haven Courtyard befindet sich unter einer durchsichtigen Decke aus Glas, die bei Wärme zum Teil geöffnet werden kann und bei Regen zuverlässigen Schutz vor dem kühlen Nass gewährt. Der Pool ist wunderschön eingebettet und unterstreicht mit einem Wasserfall das luxuriöse Ambiente des The Haven.

Das Highlight des The Haven by Norwegian sind natürlich die himmlischen Suiten, die für jeden Anspruch definitiv alles bieten. Die Anzahl an Suiten ist auf 55 gestiegen und ermöglicht somit noch mehr Menschen dieses wunderbare Erlebnis. Auf Nachfrage bei einem Norwegian Cruise Line Mitarbeiter habe ich erfahren, dass die Suiten im Schnitt zu 50% ausgelastet sind, was auf jeden Fall noch genug Luft nach oben zulässt. Die größte Suite des Schiffs muss sich bei seiner Einrichtung nicht vor den großen Luxus-Reedereien verstecken: Neben genügend Platz für die Reisenden findet man hier einen begehbaren Kleiderschrank, ein Bad mit Dusche und Badewanne, ein Gäste-WC, eine hochwertige Espressomaschine, ein riesiges privates Sonnendeck, ein seperates Schlafzimmer mit Meerblick und noch unzählige Annehmlichkeiten mehr. Wer sich so eine Prachtsuite gönnen kann, hat es wirklich geschafft!

Alles in allem hat mich der The Haven Bereich durchaus überzeugt, wobei man natürlich sagen muss, dass man selbst für die kleinste Suite in diesem Bereich sehr viel Geld in die Hand nehmen muss. Norwegian Cruise Line lässt sich diesen Luxus auf der Norwegian Escape sehr gut bezahlen, bietet dafür aber auch eine angenehme Atmosphäre, die man sonst nur auf Schiffen richtig luxuriöser Reedereien kennt.

Freizeit und Spaß auf der Norwegian Escape

Auch im Freizeit und Spaß Bereich gibt es eine schöne Neuheit auf der Norwegian Escape: Den schönen Minigolfplatz! Während waghalsige im Kletterpark auf drei Stockwerken dem Wind trotzen, kann man direkt darunter den besten Minigolfer mit Freunden und Familie ausmachen. Spaß für Groß und Klein garantiert! Natürlich gibt es auch auf diesem Schiff einen Basketballplatz, auf dem ihr euch mit euren Freunden oder der Crew von Norwegian Cruise Line austoben könnt. Durch die Lage auf Deck 19 genießt ihr in einer ruhigen Minute einen tollen Rundumblick auf das Meer.

Bademeister- und nixen kommen natürlich ebenfalls auf ihre Kosten, denn der Poolbereich wurde im Gegensatz zu den Vorgängerschiffen nochmal überarbeitet und optimiert. Er bietet nun noch mehr Platz für Liegen und zwei etwas größere Whirlpools, in denen ihr euch bei angenehm warmen Wasser wunderbar entspannen könnt. Für den ein oder anderen Drink geht es hier entweder zum The Market Place oder der Waves Bar, die zahlreiche Getränke aller Art anbieten. Auf der direkt neben dem Pool gelegenen Bühne geht am Abend die Post ab wenn der DJ auflegt und das gesamte Oberdeck beschallt. Besonders am Abend der Sail Away Party konnte man hier die Nacht zum Tage machen!

Apropos die Nacht zum Tage machen: An diesem Punkt merkt man ganz deutlich, dass die Norwegian Escape für wärmere Gebiete konzipiert wurde, denn mit dem Spice H2O oder dem Vibe Beach Club befinden sich auf der Norwegian Escape ausschließlich zwei Open-Air Discos an Bord des Schiffs. Wenn draußen dann Temperaturen im einstelligen Bereich herrschen wie auf der Premierenkreuzfahrt, wird man im europäischen Winter wenig Spaß an diesen Locations haben. Alternativ bleiben in diesem Fall dann nur noch die verschiedenen Bars übrig, in denen man jedoch auch sehr gut feiern kann.

Ähnliches gilt natürlich für die Wasserrutschen, die ich aufgrund der Kälte leider auch nicht testen konnte. Wirklich beeindruckend ist die Freefallrutsche, bei der man sich auf eine Klapptür stellt, die einem im wahrsten Sinne des Wortes den Boden unter den Füßen wegzieht und einen kurzzeitigen freien Fall in die enge Röhre ermöglicht. Bei meiner nächsten Kreuzfahrt mit der Norwegian Escape wird diese Attraktion definitiv zuerst getestet! Zwei weitere Rutschen stehen euch hier am Wasserrutschen-Turm direkt zur Verfügung, von der eine über den Schiffsrand hinausragt.

Ganz klar auf den amerikanischen Markt zugeschnitten ist das riesige Casino auf Deck 7, das mit unzähligen Spielautomaten und -tischen auf wagemutige Zocker und Zockerinnen wartet. Ich muss zugeben: Ein so großes Casino habe ich vorher noch nicht auf einem Schiff gesehen! Neben dem Casino gibt es zudem einen kleinen Bereich mit zwei Kegelbahnen, einigen Basketball-Spielautomaten und mehreren Dartscheiben für die ein oder andere Partie zwischendurch. Hinzu kommt ein großer Raum mit Videospielautomaten, in denen sich Groß und Klein gleichermaßen austoben und auf Highscorejagd gehen können.

Mandara Spa auf der Norwegian Escape

Der Spa Bereich der Norwegian Escape hat sich gegenüber den bisherigen Schiffen der Norwegian Cruise Line ebenfalls weiterentwickelt. Das Highlight ist definitiv der Schneeraum mit echten Pulverschnee, im dem Temperaturen von 0 bis -6°C herrschen und besonders bei Saunagängern beliebt sein wird. Dazu gesellt sich ein Dampfbad, eine gesunde Salzgrotte, das Thermal Spa und natürlich auch das Fitnesscenter, in dem ihr euch mit Blick auf das Meer auspowern könnt.

Im Thermal Spa findet ihr einen kleinen Pool mit Wasserfall und zahlreichen gemütlichen und beheizten Liegen mit Blick auf das Meer. In den Behandlungsräumen nebenan könnt ihr aus über 50 verschiedenen Spezialanwendungen wählen, für die man selbstverständlich zahlen muss. Neben zahlreichen Massagen könnt ihr euch im eigenen Beauty Salon auch Maniküren, Pediküren und Gesichtsbehandlungen gönnen. Besonders Frauen werden sich hier pudelwohl fühlen!

Fazit

Nach einer zweitägigen Premierenkreuzfahrt ein komplettes Fazit zu einem so großen Schiff zu schreiben ist ein Ding der Unmöglichkeit, gerade weil die Zeit durch die vielen verschiedenen Veranstaltungen an Bord knapp bemessen war. Ich hoffe jedoch, dass dieser erste Einblick in das Innenleben der Norwegian Escape einige von euch dazu bewegt, dieses wirklich wunderbare Schiff einmal näher kennen zu lernen, da es in seiner Größe und Qualität wirklich viele Menschen ansprechen wird. Ein „US-amerikanisches“ Spaßschiff auf einem niedrigen Niveau ist es keinesfalls, zu sehr wird hier zum Beispiel auf dieQualität der Mahlzeiten und die Sauberkeit an Bord geachtet. Ja, es gibt sehr viele Freizeitmöglichkeiten an Bord, aber dafür gibt es auch genügend Rückzugsorte, in denen man sich prima erholen und eine wunderschöne Zeit genießen kann. Mit „The Haven“ hat man ein tolles Produkt geschaffen, das auch das Luxussegment ansprechen wird. Norwegian Cruise Line selbst hat uns Pressevertretern bei einer Pressekonferenz an Bord mitgeteilt, dass man dem mittelklassigen Image entgegenwirken und mit dem aktuellen Angebot näher zu den Schwesterunternehmen Oceania Cruises und Regent Seven Seas aufschließen möchte. Dazu möchte ich abschließend sagen: Norwegian Cruise Line – Ihr seid bei der Norwegian Escape definitiv auf dem richtigen Weg!

Pro und Contra

Das hat mir auf der Norwegian Escape sehr gut gefallen:

  • trotz hoher Passagierzahl sehr viel Platz
  • abwechslungsreiches Essensangebot
  • Essenszunahme zu jeder Tageszeit möglich (Freestyle Cruising)
  • sehr leckeres Essen
  • sehr viele Bars
  • großzügige Kabinen
  • äußerst bequeme Betten
  • sympathisches Personal
  • wunderschöner The Haven Bereich
  • abwechslungsreiches Freizeitangebot für Jung und Alt
  • erholsamer Spa-Bereich mit vielen Anwendungen
  • insgesamt sehr hochwertige Verarbeitung
  • sehr sauberes Schiff
  • exzellente Shows

Das hat mir auf der Norwegian Escape nicht sehr gut gefallen:

  • zum Teil lange Wartezeiten in der Atrium Café Bar
  • nur 7 von 17 Dining-Optionen im Vollpension-Preis inklusive
  • viele Leistungen nur gegen Aufpreis
  • Aufpreise sehr teuer (ultimatives Getränkepaket z.B. für 64$ pro Person/Tag)
  • Behandlungen im Spa kostspielig
  • keine Kaffeepads für die Kaffeemaschine in der Kabine vorhanden

Schiffsdaten Norwegian Escape

Länge 325,90 Meter
Breite 41,40 Meter
Tiefgang 8,30 Meter
Passagierkabinen 2.175 (davon 1.685 Außenkabinen und 490 Innenkabinen)
Decks 20
Geschwindigkeit 21,5 Knoten (~39,8 km/h)
Antrieb 39.000 kW (Maschinenleistung insgesamt 76.800 kW)
Restaurants 17
Bars 10
Passagiere 4.266
Besatzungsstärke 1.700
Baujahr 2015
Gebaut von Meyer Werft, Papenburg
Taufe 9. November in Miami (Taufpate: Pitbull)

 

(Quellen: Norwegian Cruise Line,Captain Kreuzfahrt)

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