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Reise-Blog: Mexiko machte mich sprachlos

Das bei Schilderungen von fremden Ländern und Sitten äußerst beliebte „atemberaubend“ möchte ich ab sofort nicht mehr als Klischee abtun. Der Grund hat etwas mit den alten Mayas zu tun…

Tempelstätte der Maya: Chichén Itzá

Tempelstätte der Maya: Chichén Itzá

Wenn man in Zusammenhang mit Mexiko an Urvölker und ihre Auswirkungen auf unsere Gegenwart denkt, fällt einem neben dem berüchtigten Maya-Kalender sicher auch mal „Montezumas Rache“ ein. Das ist eine eher poetische Umschreibung für so etwas Profanes und Lästiges wie Diarrhoe, auch als Durchfall bekannt. Angeblich soll die „Rache“ des legendären Aztekenherrschers jeden Besucher des Landes treffen.

Was meines Erachtens nicht stimmt, es sei denn, man stopft unentwegt Tortillas mit höllisch scharfer Chilisauce in sich hinein und kühlt seine Getränke mit aus lokalem Wasser produzierten Eiswürfeln.

Schwitzhütte an der Riviera Maya

Die Riviera Maya südlich von Cancun gilt als das Herz des alten Mexikos. Traumstände, Dschungel, geheimnisvolle Tempel. Unverbesserliche Romantiker verwandeln sich da gleich in eine Art Indiana Jones auf Urlaub. Eben ein faszinierendes Stückchen Welt, das ich – jetzt kommt es – als atemberaubend empfand. Im wahrsten Sinne des Wortes.

Die Riviera Maya gilt als das Herz Mexikos

Die Riviera Maya gilt als das Herz Mexikos

Bekanntlich waren die Mayas ein reizendes Völkchen. Sie liebten Ballspiele, Schokolade und einschneidende Maßnahmen, wie die Entnahme eines menschlichen Herzens bei lebendigem Leibe. Dieses oblag den Schamanen, Vermittlern zwischen dem Diesseits und dem Jenseits. Ein Nachfahr dieser Herren war unlängst an meiner Wiedergeburt beteiligt.

Auf dem weitläufigen Gelände des Mandarin Oriental, einem tropischen Luxushotel inmitten von Mangroven und selbstverständlich mit einem Traumstrand gesegnet, versteckt sich in einem Wäldchen die schamanische Schwitzhütte. Man könne dort gegen harte Dollar eine zeremonielle Reinigung buchen, hieß es. Und wohl auch so eine Art Wiedergeburt.

Wiedergeburt? Schwer angesagt!

Ja, warum eigentlich nicht? Wiedergeborene sind schwer angesagt, man denke nur an den Dalai Lama.

Wir sind zu fünft, noch ein Mann und drei Damen, alle in Badebekleidung. An dieser Stelle muss ich gestehen, dass mein Bild von einem Schamanen zuvor ein mit Tierfellen behängter alter Zausel gewesen war. Doch da naht jetzt ein sportlicher junger Bursche in Shorts. Der allerdings schon als Kind Stimmen hörte…

Meine Vorstellung von Schamanen war seit Kindheitstagen festgelegt

Meine Vorstellung von Schamanen war seit Kindheitstagen festgelegt

Wir folgen ihm in die Schamanen-Sauna, dem Temascal, einer Art steinernem Bienenstock. Der schmale Eingang wird von dem Maya-Erben fest verrammelt. Kaum geschehen, fängt er an, mit kehliger Stimme zu singen, schamanische Beschwörungen vermutlich, was man eben so singt in einem Temascal. Obendrein verbrennt er unentwegt seltsame Kräuter.

Fata Morgana: ein Weißwein

Nach wenigen Minuten ist die Situation wie folgt: totale Dunkelheit, höllische Hitze, grässlicher Gesang, klaustrophobische Anwandlungen. Und immer weniger Atemluft. Mir kommt in den Sinn, dass Asthmatiker und Bluthochdruckpatienten jetzt der Wiedergeburt besonders nahe wären.

Und dann passiert es: eine Vision! Vor mir in der Dunkelheit erscheint schemenhaft ein Glas eiskalten Weißweins…

Mit der verbliebenen letzten Atemluft danke ich dem Schamanen recht herzlich, darf daraufhin die Schwitzhütte vorzeitig verlassen, stolpere wie in Trance durch die Mangroven zum Strand, nehme dort an der Bar einen tiefen Schluck von einem chilenischen Sauvignon Blanc – und fühle mich tatsächlich wie wiedergeboren.

Die Damen begeistert vom spirituellen Mann

Später berichten die Damen, die erstaunlicherweise bis zum Ende in der Schwitzhütte ausgeharrt hatten, von persönlichen Bewusstseinserweiterungen. Ich kann ihnen da nur zustimmen. Die Damen sagen, ich hätte offenbar eine spirituelle Antenne. Das sei bei einem Mann dann doch eher selten.

 

Die Mayastätte Kohunlich

Spirituelle Antennen? Mayastätte Kohunlich

(Quelle: Hans Schlömmer)

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