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Low Carb birgt Gefahren für den Körper

Der Verzicht auf Kohlenhydrate liegt im Trend. Eine Analyse der Universität Ulm zeigt, was diese Ernährung für Sportler bedeutet.

Keine Pasta, kein Reis, keine Bananen – immer mehr Menschen ernähren sich Low Carb und hoffen auf einen Gewichtsverlust. Low Carb wird teilweise sogar als revolutionäre Form der Sportlerernährung angepriesen.

Doch wie viel Wahrheit steckt hinter diesem Trend? Dr. Stephanie Mosler von der Universität Ulm hat die aktuellen Erkenntnisse aus der Forschung zusammengefasst. Ihr Fazit: Es gibt keine neuen Studien, die eine höhere Leistungsfähigkeit durch den Verzicht auf Kohlenhydrate belegen.

Fettstoffwechsel erhöht
Low Carb beschreibt eine Ernährungsform, die aus weniger als 25 Prozent Kohlenhydraten und mehr als 60 Prozent Fetten besteht. Es werden insgesamt also nicht weniger Kalorien gegessen. Der Körper reagiert auf die Umstellung und der Fettstoffwechsel wird erhöht.

Das Problem ist, dass Kohlenhydrate die wichtigste Energiequelle für geistige und körperliche Leistungsfähigkeit sind und bei intensiven Belastungen im Wettkampf entscheidend. Dies ist gemäss Stephanie Mosler hinreichend belegt.

Zitronen-Knobi-Shrimps Pasta

Low Carb bringt Leistungsschwäche
«Die potentiellen Gefahren einer Low-Carb-Diät bei Sportlern werden völlig ausser Acht gelassen.» So können Sportler bei einer längeren Low-Carb-Phase weniger leistungsfähig werden. Die Erfahrung zeige, dass viele Athleten dann unter Leistungsschwäche, ungenügender Regenerationsfähigkeit, Müdigkeit, Abgeschlagenheit und erhöhter Verletzungs- und Infektanfälligkeit leiden. «Der Körper greift bei intensiver Belastung den Proteinstoffwechsel an, wenn nicht genügend Kohlenhydrate zur Verfügung stehen», erklärt Mosler. «Das kann zu Muskelabbau und einem geschwächten Immunsystem führen.»

Wer sich Low Carb ernährt, esse automatisch weniger Gemüse, Früchte und sonstige ballaststoffreiche Lebensmittel. Das könne ebenfalls zu negativen Auswirkungen auf den Körper, die Psyche und das Herz-Kreislauf-System führen.

Forscher sind uneinig
Es gibt aber auch Forscher, die eine Low-Carb-Diät befürworten. Sie kritisieren, dass sich Athleten zu sehr vom Kohlenhydratstoffwechsel abhängig machen. Der Körper könne durch Low Carb besser auf die körpereigenen Fettreserven zurückgreifen und werde dadurch unabhängiger vom Kohlenhydratstoffwechsel. «Dazu gibt es aber keine langfristigen Studien», so Mosler.

Grundsätzlich soll nicht darüber diskutiert werden, ob Low oder High Carb besser wirkt, ist sie überzeugt. Die Ernährung sollte an die Sportart, die Ziele und den Trainingszyklus angepasst werden. Je nachdem könne auch ein Wechsel – abgestimmt auf die Trainingsphase – sinnvoll sein, sodass sowohl der Kohlenhydrat- als auch der Fettstoffwechsel trainiert würden.

Besonders bedenklich findet Mosler, dass Low Carb oft ohne Basiswissen und unstrukturiert umgesetzt und für jede Sportart gleichermassen empfohlen werde: «Oft werden Erkenntnisse aus der Wissenschaft falsch in die Sportpraxis transferiert.»

(Quelle: Salmone Kern)

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